Die AG „Bildung gegen Rechts“ in der GEW Berlin versteht sich als eine offene Arbeitsgruppe von Menschen, die sich mit Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, Homophobie und anderen autoritären und ausgrenzenden Denk- und Handlungsstrukturen theoretisch auseinandersetzten und diesen aktiv entgegen treten wollen.

Wir sehen die Ursachen für den zunehmenden Rechtsextremismus in den gesellschaftlichen Verhältnissen verankert, die sich in einem Klima der Ausgrenzung und Diskriminierung ausdrücken, und durch alltäglichen Rassismus, Antisemitismus und Sexismus aus der Mitte der Gesellschaft begünstigt werden. Den Anspruch, den wir an uns selbst formulieren, liegt darin, sowohl theoretische Arbeit zu leisten, als auch die gesellschaftliche Praxis nicht zu kurz kommen zu lassen. Allerdings ist Praxis kein Fetisch, der die Theorie ersetzen kann.

Der Bildungsbereich spielt im Kampf gegen Rechtsextremismus eine entscheidende Rolle. Gerade in der Schule müssen die Grundlagen für ein tolerantes und gleichberechtigtes Zusammenleben erlernt werden. Dass dies nicht die Realität des deutschen Schulsystems ist, zeigt die zunehmende Selektion der Schüler_innen. In keinem anderen europäischen Staat ist der Anteil der Schüler_innen mit Migrationshintergrund, die eine Hochschulzugangsberechtigung erlangen so niedrig wie in Deutschland. In keinem anderen OECD-Staat hängt die Chance auf eine höhere Schulausbildung so sehr von den finanziellen Möglichkeiten der Eltern ab und nirgendwo sonst werden die Schüler_innen so schnell nach Leistungen und Verwertbarkeit eingeteilt und aussortiert. Diese Selektion und Ausgrenzung fördern ein Klima, indem sich rechtsextreme Ideologien verbreiten können.
Nur eine demokratische und offene Schule, die gleiche Chancen für alle bietet, kann aktiv und nachhaltig gegen Rechtsextremismus und Diskriminierung eintreten und dessen geistige Ursachen bekämpfen. Dabei richten wir unsere Perspektive über die Schule hinaus, denn Bildung beginnt nicht in der Schule und hört dort nicht auf. Der Kampf gegen Rechtsextremismus darf nicht pädagogisiert werden, sondern stellt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe begriffen dar. Daher setzten wir uns gegen jede Form von Ausgrenzung und Diskriminierung von Menschen, wegen ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Herkunft oder ihres Aussehens ein und beziehen aktiv Position gegen Rassismus, Sexismus und Antisemitismus auf allen Ebenen der Gesellschaft.

Unser unmittelbares Ziel als Antifaschist_innen muss es deshalb sein, dass „Auschwitz nicht sich wiederhole“ (Adorno), im Wissen, dass dies nur Wirklichkeit werden kann, wenn „alle Verhältnisse umgeworfen sind, in der der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist“ (Marx).