DVU-Aktivitäten in Berlin (übernommen von indymedia)

DVU schnuppert durch die NPD-Krise Morgenluft +++ rassistische Kundgebung für nächsten Samstag in Neukölln geplant +++
Der Verfassungsschutz hatte nach der Europawahl das Ergebnis der DVU mit bundesweit gerade mal 0,4 % der Stimmen noch wie folgt kommentiert: „Wahrscheinlich wird jetzt der letzte Akt im DVU-Todeskampf eingeläutet.“ Und womöglich hat er auch recht. Auch eine seriösere Institution, das APABIZ (Antifaschistisches Presse- und Bildungszentrum Berlin) kam vor einiger Zeit in einem „Zitty“-Artikel zu der Einschätzung, dass die DVU in Berlin „nicht mal mehr eine Leiche” ist. Und auch die Tatsache, dass der sog. „Deutschland-Pakt“ – eine Ansprache zwischen DVU und NPD, in welcher Region sich die jeweilige Partei zur Wahl aufstellt – in Brandenburg kurz vor Beginn des Wahlkampfs zu bröseln scheint (die NPD will sich gerüchteweise nicht dran halten), weist auf ernsthafte organisatorische Probleme im „nationalen Lager“ hin.
Trotzdem gibt es ein paar bemerkenswerte Geschehnisse seitens der DVU in der Region Berlin-Brandenburg.
Es scheint, als würde der Bundesvorsitzende Matthias Faust bei seinem kläglichen Versuch, eine „neue nationale Kraft“ in Berlin zu etablieren, nicht nur vom Multimillionär und Vorsitzenden der rechten „Kontinent Europa Stiftung“ Patrick Brinkmann Hilfe bekommen, der jüngst im Streit mit der NPD auf die Seite der DVU gewechselt ist. Auch die Brandenburger DVU wirbt nun zusammen mit dem bekannten Hamburger Neonazi Christian Worch im Internet für eine Kundgebung am kommenden Samstag (27.6.) vor der Thomas-Morus-Schule im Mariendorfer Weg (nähe S/U Hermannstr.) in Neukölln.
Unter dem rassistischen Motto „Minderheitenschutz für deutsche Jugendliche in Neukölln“ wollen sie in den Nord-Neuköllner Kiez ziehen und „Solidarität mit den deutschen Jugendlichen in diesen Problembezirken“ fordern. Es schließt sich die Fordrung an, das Land Brandenburg möge doch Erholungsmöglichkeiten für arme deutsche Neuköllner Schüler bereit stellen.
Auch der Exit-Neonazi-“Aussteiger“ Detlef Nolde ist nun wieder auf den Plan getreten und findet sich als Erneuerer im „nationalen Lager“ bei der Berliner DVU wieder. Er zeichnet sich seit kurzem verantwortlich für die Homepage der Berliner DVU und ist dort ein fleißiger Schreiberling.
Aber auch andere, der NPD überdrüssige, schnuppern auf der Suche nach neuen Strukturen an der DVU. So zum Beispiel die NPD-Abspalter-Fraktion um die ehemaligen Kreisverbandfunktionäre Hans-Joachim Henry (NPD KV 3) und Gesine Hennrich (NPD KV 4), bzw. der Glatzen- und Uniformverein „Frontbann 24″ scheinen ihre Fühler in Richtung der DVU als neue Struktur auszustrecken. Z.B. indem sie zu ihren Treffen in der Mariendorfer Kneipe „Zum Ententeich“ ( http://de.indymedia.org/2009/06/252298.shtml ) DVU‘ler wie den Neuköllner Sascha Kari einladen, die dort neue Mitglieder zu werben versuchen. Oder wie im Falle des „Frontbann 24″, der die „Bürgerstammtische“ der DVU besucht.
Dieser Wiederbelebungsversuch wird auch anhand der in den letzten Wochen in Neukölln durchgeführten Infotische der DVU deutlich (siehe z.B. Chronik der ANA: https://neukoelln.antifa.net/index.php/chronik ).
In ihrem Aufruf zu der Kundgebung droht die DVU einen „aggressiven Wahlkampf“ und weitere Kundgebungen, Infotische und Flugblattaktionen an. Laut Homepage sind folgende weitere Veranstaltungen geplant:

12.07.09 Brandenburg / Havel, Neustädtischer Markt
25.07.09 Cottbus, Altmarkt
09.08.09 Frankfurt / Oder, Brunnenplatz
23.08.09 Eberswalde, Marktplatz
05.09.09 Luckenwalde, Marktplatz
13.09.09 Wittenberge, Marktplatz
20.09.09 Potsdam, Luisenplatz

Tatsachen wie die, dass Detlef Nolde, der in der Szene ohnehin aufgrund seiner „Aussteiger-Vergangenheit“ einen sehr prekären Status genießt, in selbstdarstellerischer Weise am Berliner DVU Landesvorsitzenden Thorsten Meyer vorbei agiert, bestätigt wohl auf lange Sicht die Einschätzung des APABIZ und wird die ganze Geschichte möglicherweise schnell in Vergessenheit geraten lassen. Auch die DVU wird die Berliner Neonaziszene langfristig nicht aus ihrer organisatorischen Krise herausholen, zu schmutzig ist die Wäsche in dieser Szene, die intern gewaschen wird und zu selbstdarstellerisch die einzelnen Akteure.

Trotzdem gilt es, auch dem geringsten Versuche mit allem Nachdruck entgegen zu treten und nächsten Samstag die geplante Kundgebung in Neukölln zu verhindern!!

Kommt alle am kommenden Samstag nach Neukölln!
Achtet auf weitere Ankündigungen!

Treffpunkt:
Samstag, 27.06. ab 11:00 Uhr / Mariendorfer Weg 70, nähe S&U Hermannstr., vor der Thomas-Morus-Hauptschule.